Leicht Mittel und Schwer vom Open in Leer

Das große Open in Leer 2021 – glücklich, wer dabei sein konnte! Hohe Meisterdichte in beiden Open, viele IMs, ein GM, einige FMs und lokale Meister, der Turniersaal prall gefüllt. Passt!

Wir werfen heute in den Kategorien Leicht, Mittel und Schwer einen kurzen Blick zurück auf vier Tage mit drei Doppelrunden und sagen damit Bedankt! an Edzard Wirtjes und sein Team von Fortuna Logabirum für einige sehr schöne Tage im Nordwesten. War super!

Leicht

– Die Anreise von Bremen schafft man nach Leer leicht in etwas mehr als einer Stunde mit der Bahn. Sehr angenehm – es gab aber auch TeilnehmerInnen aus aller Herren (Bundes-) Ländern, wie den Niederlanden, Serbien und Nordrhein-Westfalen.

– Die örtliche Bäckerszene macht es dem Ortsfremden leicht, mit etwas Koffein gestärkt durch den Tag zu kommen. Für tiefgehendere Explorationen des lokalen Caféhausmilieus bietet ein Flyer der Stadt Leer reichhaltige Ansätze – man könnte Wochen bleiben!


Hoch die Kaffeetassen!

Kaffee satt und umsonst allerdings gab es auch als schönes Extra für alle SchachfreundInnen im Turnier. Der perfekte Turniertraum …

Gegner und Gegnerinnen im Open: nicht sooo leicht zu besiegen, gar nicht, und alle streckten sich, so gut sie konnten, um mindestens einen halben Punkt aus ihrer Partie mitzunehmen. Keine leichten Tänze!

– Die Schiris und die Turnierorganisation: sie machten uns Spielern das Leben leicht – souverän, souverän, Johan Zwanepol aus NL und Dirk Rütemann aus Wildeshausen, ebenso wie Edzard Wirtjes als umsichtiger Veranstalter mit dem Blick für Details und das Wohlergehen aller Teilnehmer.

Und damit gehen wir über mit leichter Hand zur Abteilung …

Mittel

– Ja, die Bäcker, die Bäcker – sie sind ja wichtige Anlaufstellen, wenn man sich des Nachmittags auf die Suche nach Kaffee und Kuchen machen muss.
Die Leerer Bäcker haben geöffnet bis 18 Uhr, worüber man sich freut, doch täusche man sich nicht! Den letzten Kaffee gibt es nämlich schon um 17:45 Uhr. Danach werden keine Tassen mehr rausgerückt, da die Spülmaschine um 17:45 Uhr angestellt wird – und da müssen alle Tassen mit.

Ich war am Anreisetag bei vier Bäckern in der Fußgängerzone, alle nett, alle freundlich – aber kein Kaffeeausschank mehr um 17:46 und später, außer in Pappbecher, doch das kann niemand wollen. Gerettet aber wurde ich vom Reformhaus Ebken! – es gab Kaffee in einer schönen Tasse, herrlich, und Kuchen noch dazu.

„Die Tasse kann ich ja morgen früh auch noch abwaschen“, meinte die Chefin. Fand ich auch!


Emilian Kempe (1890) – Steffensen (2090): Noch steht Schwarz passabel?


Emilian Kempe (1890) – Steffensen (2090): Jetzt aber nicht mehr! (wenig später 1:0)

– Mittelgut auch mein Ergebnis von 3,5 aus 7 – und damit war ich möglicherweise noch ganz gut bedient. Somit erntete ich ein erneutes dickes ELO-Minus von 20 Punkten.

Da es in Kiel im Sommer aber mit -70 Punkten ungleich massivere Einbußen waren, und auch beim CD Meyer- Gedenkturnier vor einem Jahr (- 50 ELO), fand ich die jetzt verlorenen 20 Punkte in Leer eigentlich schon ganz manierlich. Fast positiv!
Heißt es nicht immer, dass der Trend stimmen muss? Und das kann man doch so sehen – wenn man will.


Kaffee an der Ems – was mehr kann man noch wollen?

Schwer

– Schwer in Form waren beim Open die vielen Meister aus Hamburg, und fast genauso sehr auch jene aus Bremen. Platz Eins eroberte IM Aljoscha Feuerstack von St.Pauli, er wurde damit King Leer vor IM Michail Kopylov, Stammkraft des SK Norderstedt, und FM Jürgen Peist aus Herford. Chapeau, die Herren!

Ergebnisse und ein facettenreicher Turnierbericht von André Schulz bei Chessbase

Anfangszeit um 09:00 Uhr – muss man mögen, ist im Sinne der Doppelrundenspielbarkeit aber natürlich sehr nachvollziehbar. Dennoch … früh, früh. Man sollte komplizierte Berechnungen vielleicht erst ab 10 Uhr oder 10:30 Uhr anstellen, bis dahin nur langsam ziehen und laufend Kaffee nachfüllen.

– Hatte ich schon von den Bäckern und ihren Porzellantassen berichtet? Wenn ja – ähnlich fordernd und eben durchaus –> schwer war die Suche nach Bananen, oder weiter gefasst nach einem Supermarkt am Freitag abend nach der Doppelrunde.

So apart wie die Stadt Leer auch ist, Raum für einen Supermarkt bietet sie offenbar nur im Verborgenen. Jedenfalls radelte ich am Freitag um 19:15 los vom Ostfriesenhof ins nahe Zentrum und guckte mich um nach einem Laden, denn Obst muss sein für die nächste Doppelrunde. Energie!
Ein türkischer Laden, bereits geschlossen, ein schöner Bio-Supermarkt, ebenfalls zu – alles sehr in Ordnung, niemand muss am Abend aufhaben, wenn es sich gar nicht mehr lohnt. Doch wo waren die Standard-Anwender-Supermärkte:
Kein Rewe,
kein Lidl,
kein Netto,
kein Aldi,
kein Edeka.
Nichts, nichts. Wohl gab es Restaurants, und auch gab es Tankstellen (wenn auch ohne Bananensortiment). So zog ich weit umher durch die dunkle Stadt, und fand bis viertel nach acht keinen ReweLidlNettoAldiEdeka. Verblüffend. Irgendwie auch schön.

Vermutlich bin ich stets unglücklich abgebogen, knapp an jedem Lebensmittelstützpunkt vorbei. Auch im Schach gibt es ja solche Partien, wo man knapp, aber verlässlich immer den falschen Zug wählt.


Bezauberndes Leer, hier bei Nacht

Doch woher nun die Bananen nehmen, für die bereits schon wieder drohend am Horizont heraufziehende Doppelrunde? Schiri Dirk Rütemann würde die Partien ja um Neune anpfeifen, auch wenn sich nicht jeder bis dahin mit genügend Obst und Energie für lange Spielstunden eindecken konnte.

Morgens also ein neuer Anlauf auf dem Weg zum Rundenstart. Der Biosupermarkt noch geschlossen, aber – letzte Hoffnung – das Reformhaus Ebken? Auch noch nicht geöffnet, doch in meiner Not klopfte ich hier um viertel vor neun an die Scheibe, und eine freundliche junge Dame öffnete mir.
Kurz und durch den anstehenden Rundenbeginn schon etwas nervös erzählte ich die Geschichte von Schachturnier und Doppelrunde, und wenn auch die Verkäuferin meine Notlage wohl nicht so ganz und gar nachvollziehen konnte, am Ende wuchtete ich eine ganzen Staude Bananen in meine Satteltasche. Reformhaus Ebken in Leer – noch einmal vielen Dank!


Jetzt wird alles gut. Leider verlor ich dann beide Runden an diesem Tag.

Die Jugend! fegt einen ja gerne mal vom Brett, müßig wäre es, darüber lange zu lamentieren. Manche Jugendliche sind in einem Alter, in dem auch Anish Giri einmal war. Mitunter spielen sie gegen mich so selbstbewusst und stark, dass ich schon bald von ganz alleine die Segel strecke und ebenso schwer beeindruckt wie angeschlagen nach Hause taumele.
In den nächsten Runden verlieren sie dann wieder ganz problemlos, die Kids – es ist ein Rätsel.

– Schwer überdeckt war die Königsstellung des jungen Delmenhorsters Jonas Sinnhöfer, gegen den zu spielen ich in der 3.Runde das Vergnügen hatte.

Olaf Steffens

Und sonst so?

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2 Comments

  1. Gilt nicht in Leer wie im übrigen Ostfriesland für die Wahl des Heißgetränks das Motto „Egalite, Liberte, Ostfriesentee“?
    Ansonsten nehme ich an, dass Olaf die Verletzung des Nimzowitschen Blockadeaxioms „Ein Freibauer ist ein derart schurkischer Zeitgenosse, dass er sicher zu inhaftieren (= blockieren) ist“ bestraft und den besagten Freischurken stilgerecht in Szene gesetzt hat.

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