Carlsen – Nepo: Ich bin hier nur das Turm-Phantom

König nach f1, Springer nach a5, Turm nach c8 – in der ersten WM-Runde in Dubai bekam es das Team der Kommentatoren mit allerlei Phantomzügen zu tun. Kein leichter Nachmittag für Judit Polgár und Anish Giri auf Chess24 als auch Klaus Bischoff im deutschen Programm von Chessbase, denn einige dieser Züge gab es in Wirklichkeit gar nicht. Was war da los in der Live- Übertragung?

So wackelte schon nach wenigen Zügen der weiße König auf dem Livebild nach f1, als er eigentlich zur Rochade nach g1 gelangen sollte. Ein kleiner Scherz vielleicht, wer weiß, ein Prank aus der Sendezentrale. Saß hier den Scheichs der Schalk im Nacken?

Die Stellung aber wurde alsbald korrigiert, und Nepomniachtchis König stand nun frisch rochiert auf g1. Nur um wenige Züge später wieder nach f1 zurückzutigern.
Das moderne Schach, es steckt voller Überraschungen!


Huch! Statt Nepos Rochade zeigt das Bild kurzzeitig Ke1-f1  (Bild: Chess24)

Nicht viel später sah die Welt das fürstlich-frivole 8….Sa5!? in der Frühphase der Spanischen Eröffnung – auch hier wusste man nicht, war es Carlsens Vorbereitung, oder eine neuerliche Finte aus dem Übertragungswagen?

Polgár, Bischoff, Giri, sie blieben locker, sie blieben cool – alte Kommentatorenschule!

Und tatsächlich, der Springerzug war echt: eine wohldosierte Abweichung von den ausgetretenen Pfaden des Turnierschachs, vom Weltmeister mit 8….Sa5 zügig aufs Brett gezaubert.


Springer nach a5 – da staunen die Spanier.            (Bild: Chess24)

Tfc8 – ich bin hier nur das Turm-Phantom

Doch weiter, immer weiter ging es mit den überraschenden Manövern, denn kurz darauf wanderte Carlsens Turm von f8 nach c8. Ein im Sinne von Nimzowitsch mysteriöser Turmzug, den aber – das war schon weniger mysteriös – niemand so recht verstand.

Was will der Turm auf c8, welche Perspektive hat er dort, eingeklemmt hinter seinem Bauern c7? Oder war – ein schrecklicher Verdacht – der angezeigte Zug nur ein weiterer Bluff der Sendeleitung?


Nepomniachtchi – Carlsen: Nach dem überraschenden Tfc8              (Bild: Chess24)

KommentatorInnen können nur über das berichten, was sie sehen – was sollen sie auch sonst tun. Für gute fünf Minuten rätselten Polgár, Giri und Bischoff daher intensiv an der Deutung des geheimnisvollen Zuges – um dann von einer Korrektur des Livebrettes korrigiert zu werden.
Der Turm ruckelte weiter nach b8, wo er in Wahrheit ja schon die ganze Zeit gestanden hatte.

Nach diesem gelungenen Auftritt eines Phantomturms stellten die Kollegen aus der Sendezentrale ihre Online-Späße ein.
Obwohl … gleich im nächsten Augenblick …


Nach 15.Df3-e4?! von Nepomniachtchi – real aber tauschte sich die Dame auf d5 (Bild: Chessbase)

Bei frühem Damentausch (oh no!) endete die Partie mit einem Remis im 45.Zug.

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Olaf Steffens

FIDE-Meister seit 1997, seit 2007 Spieler für Werder Bremen in der Zweiten Bundesliga, Oberliga und Landesliga. Größte Erfolge: Landesmeister von Schleswig-Holstein 1994, Erster Deutscher Amateur-Meister 2002, Bremer Pokalsieger 2013! Größte Misserfolge: Werd´ ich hier lieber nicht sagen! Diplom-Handelslehrer, ich unterrichte an einer Bremer Berufsschule Englisch, Buchführung und Wirtschaft. Lest weiter hier: https://veganeschachkatzen.de/ueber-mich/

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