Wir lösen auf: Torsten Benecke und der Zug des Jahres

Liebe Leserinnen, liebe Löser,

nach einer Woche der Ungewissheit soll nun der Lösungszug mitgeteilt werden für die kniffelige Aufgabe in Torsten Benecke und der Zug des Jahres – und wow, WAS für ein Zug war das bloß!

Wir sind indes ein ganz klein bisschen betrübt, dass sich niemand an der Auflösung probiert hat und Vorschläge, Gedanken, Ideen in den Kommentaren einsandte. Beim nächsten Mal dann, ok?

Nun die Lösung:


Schmucke Partiedarstellung – mit Dank an das Hamburger Traditionshaus Chessbase

a) Was geschieht nach 13.Sg5xf7?

Das Schlagen auf f7 ist eine sehr gute Idee, im Prinzip, gabelt es doch beide Türme. Der Springer ist allerdings angewiesen auf Deckung seiner Dame von c4 – und hier kann Schwarz mit dem hellwachen 13…b7-b5! dazwischenfunken, die Dame vertreiben und den armen Springer kassieren. Ergebnis 0 : 1.

Wie so oft im Schach – man versteht, warum ein Zug wie b7-b5! hier (schnell) gewinnt. Die Kunst ist aber, diesen Zug auch als Kandidaten zu sehen, und am Besten in der Vorausberechnung schon … gar nicht so einfach.

b) Und wie geht es weiter nach 13.Dc4xf7?

Dieselbe Geschichte wie in a) – jemand wagt sich nach f7, und ist dringend auf kollegiale Deckung angewiesen. Allerdings hängt nach 13.Dxf7 ja auch sehr direkt die schwarze Dame, Weiß nimmt den Bauern mit Tempo – was soll ihm da schon groß passieren?
Und hier hatte Torsten den wundervollen Geistesblitz, und das sicherlich schon einige Züge vorher, als er Joachim Kropp den Bauern f7 anbot. Denn nach 13. Dc4xf7 !? gewinnt Schwarz mit dem extrem konkreten 13…. h7-h6 !! (!!) die Partie: der Springer darf nicht weichen, da dann die Dame f7 hängt. Und schlägt die Dame kollegial mit 14.Df7xe7 zu, folgt … h6xg5+, 15.Kh1-g1 (was sonst …), und dann direkt 15….Sd4-e2 mit Matt.

Ein irres Konzept, genial aufgelegt von Torsten Benecke. Wie schon oben gesagt – man versteht diesen Zug, doch wie kommt man dahin, dass man ihn auch in einer Partie erwägt? Es ist wohl eine Frage, wie wach man taktisch ist, oder wie breit man seine Kandidatenzüge abklopft. Und selbst dann, ich glaube nicht unbedingt, dass ich in jedem Fall 14…. h7-h6 gesehen und vorher 13.Dc4xf7 zugelassen hätte – wer weiß.

Großes Kompliment nochmal an Torsten!, und bedankt für eine sehr sehr inspirierende Spielführung!
Chess moves if weren’t filmed, nobody would believe:

Olaf Steffens

Und sonst so?

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4 Comments

    • Hi Harry,

      gefällt mir gut! Wenn Matt geht, soll man da auch hin, und nach Sxe4 ist der Angriff brutal.. Oder geht doch noch was für Weiß, mit g2-g3, Sxg3, fxg3, Lxg3, und dann sowas wie Sdf3?

      Das schaffe ich jetzt aber lieber nicht durchzudenken – schon so spät!

  1. Ich vermute mal, dass es keinen Grund gibt, betrübt zu sein, und der Mangel an Kommentaren nur darauf zurückzuführen ist, dass niemand den übrigen Lesern das Vergnügen nehmen wollte, selbst die …h6-Idee zu entdecken 🙂

    • Hallo Holger,

      sehr nett von Dir, dass Du das geschrieben hast – vielen Dank! Auf den Aspekt bin ich gar nicht gekommen. Doch es ist, wie Du sagst – jemand schreibt die Lösung, und für die anderen ist der Lösespaß vorbei.
      Machgut, bis bald!

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