Aufgedeckt: Die Elo-Züchter von Hildesheim

Hatten wir es nicht immer schon geahnt? Lange war die Rede von der Elo-Inflation, dem Übermaß an steigenden Wertungszahlen, die seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unsere hart erarbeitete Rating verwässerte.

Wir wollten es genauer wissen – und kamen einem brisanten Geheimnis auf die Spur. Wie das Redaktionsnetzwerk Nord, bestehend aus der Syker Kreiszeitung, Eurosport und den Veganen Schachkatzen, in langer und investigativer Arbeit ermittelte, wurden neue Elos nicht nur in Griechenland mühevoll aus der Erde gekratzt, sondern offenbar auch hierzulande und ganz legal durch intensive Zucht vermehrt und gegen Geld in die Turniersäle gebracht:

Dem Züchter ist es selbst überlassen, wie viel er für eine neue Elozahl veranschlagt. Unterschiedliche Preise können durch die verschiedenen Regionen entstehen. Auch die Nachfrage spielt bei der Preishöhe eine Rolle.

Um die Qualität der Elo-Zucht dauerhaft garantieren zu können, wird allen lizenzierten Elo-Züchtern durch die EZFG e. V. eine unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 1.300 € bis 1.500 € pro Wertungszahl nahegelegt.

Donnerwetter! Mitten unter uns – die niedersächsische Elo Zucht-und Forschungsgemeinschaft e.V. (EZFG) und zahlreiche Privatzüchter machen mit unseren Wertungszahlen offenbar ein riesiges Geschäft. Aber ist es auch legal, und ist der Schachbund informiert?


Ganz süß und mit Hundelogo – auf dieser Seite werden die neuen Zahlen vertrieben

Das Nachbestellen einer neuen, höheren Elozahl scheint tatsächlich kein Problem zu sein – finanzielle Mittel vorausgesetzt:

Hinweis: Elozahlen erhaltet ihr nur aus genehmigten Zuchtstätten der EZFG e.V., mit den durch die Zuchtleitung der EZFG e.V.  unterschriebenen Ahnentafeln.

Ernsthafte Interessenten, Elo-Züchter bzw. auch angehende Elo-Züchter melden sich für nähere Informationen und weitere Auskünfte bei: …

Es wundert uns daher nicht, dass in hiesigen Turniersälen eine enorme Inflation dieser Zahlen zu bemerken ist, selbst wenn aktuell gar nicht viel gespielt wurde – alle SpielerInnen ständig stärker, alle Zahlen steigen stetig. (Nur meine eigene Elo nicht, doch das ist leider eine ganz andere Baustelle. Wahrscheinlich hat sie nicht ganz die richtigen Wesensmerkmale.)
Wie dunkel sind sie, die Geschäfte mit der Elo-Zucht?


Ein Fall für die niedersächsische Schachpolizei?


Was spielt sich ab hinter den Fassaden von Hildesheim?

Aus den vielen uns vorliegenden Darknet-Quellen zitieren wir hier in Auszügen, um den LeserInnen einen ersten Überblick zu vermitteln. Es beginnt, wie so vieles in Niedersachsen, eher unscheinbar:
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Willkommen auf der offiziellen Webseite der Elo- Zucht-und Forschungsgemeinschaft e.V.

Auf unserer Seite findet Ihr viel Wissenswertes rund um die Elo. Sowohl zur Zucht und Forschung als auch den Verein. Ebenso gibt es Aktivitäten und Neuigkeiten. Unsere Züchter stellen sich vor sowie die Elo Vermittlung.

Die Elo Zucht- und Forschungsgemeinschaft e.V. achtet außerdem auf die Einhaltung der hohen Standards in der Elo-Zucht. Damit Eure Elo eine optimale Ausgangsbasis hat!

Und nun viel Spaß beim Stöbern wünschen Euch der Vorstand und die Zuchtleitung der EZFG e.V.

Elo Zucht- und Forschungsgemeinschaft e. V.
Amtsgericht Hildesheim VR 201333

********


Die Elo-Zahl – möglicherweise kein verlässlicher Indikator


Verunsicherung auch in den Turniersälen

Die EZFG hat offenbar genaue Richtlinien entwickelt, um den wachsenden Markt der SchachspielerInnen durch das passgenaue Züchten neuer Elo-Zahlen zu beliefern:

Anmerkungen zu den Zuchtzielen:

Die gut veranlagte Elo verfügt über eine ausgeprägte Spannweite bis hoch in den 2400er Bereich hinein für starke Amateure. Für Profispieler ist ein Wachstum bis gut in den 2800er/ 2900er Bereich möglich.

Das Wesen der Elo

In der Elo-Zucht wird sehr viel Wert auf das Wesen gelegt. Zuchtziel ist eine freundliche, ausgeglichene Wertungszahl, die robust und belastbar sein und nicht ohne Not wild hin und her schwanken soll.
Die Elo soll ihrem Menschen treu sein, nicht jagen oder wildern, problemlos für einige Stunden alleine gelassen werden können und nach Turnieren keine Abwärtstendenzen zeigen.
Da die Elo sehr anpassungsfähig ist, ist sie sowohl für junge Profis als auch für den älteren Schachsportler geeignet. Ihr Zuhause kann auf dem Land sein, aber auch bei SpielerInnen in der Stadt fühlt sich die Elo wohl – Hauptsache, es gibt neue Partien zum Auswerten.

Die Elo zeichnet sich durch ihr mittleres Temperament aus. Gerne nimmt sie an längeren Turnierreisen und am Schachsport im Allgemeinen teil, was aber kein „Muss“ ist. Viele ihrer Wesenseigenschaften können durch die Zucht beeinflusst und gefestigt werden, was dem Besitzer die – soweit möglich – Erziehung seiner Elo erleichtert.
Daher haben alle Elozahlen einen Wesenstest absolviert, bevor sie an ihre Halter vergeben werden. Merkmale wie z. B. hoher K-Faktor, hohe Auswertungsgebühren für Turniere oder allgemein hektische Veränderungen von Turnier zu Turnier führen zum Zuchtausschluss.

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Wie wahr sind unsere Elo-Zahlen?
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Erwünschte Wesensmerkmale – die Elo, wie wir sie uns wünschen

  1. Robustes und belastbares Wesen auch bei schwierigen Ligakämpfen (z.B. Auswärtsspiele in Hannover)
  2. Geringe Schmerzempfindlichkeit nach Niederlagen
  3. Ausgeprägte Wachsamkeit am Brett
  4. Veranlagung zur geringen Bellfreudigkeit (Hinweis: das Redaktionsnetzwerk Nord ist sich noch nicht einig, was mit diesem Wesensmerkmal eigentlich gemeint ist)
  5. Fehlende Neigung zu aggressiver Eifersucht auf höhere Elo-Zahlen
  6. Ausgeprägte  Spielneigung
  7. Neutrales Verhalten außerhalb ihres Territoriums (zum Beispiel bei Auswärtsfahrten nach Hannover)
  8. Enge Bindung zu ihrem Menschen mit ausgeprägter Folgsamkeit
  9. Angemessene Begrüßung vertrauter Menschen (per Handschlag, guter Stil)
  10. Hohe Gelehrigkeit und Wachstumspotential
  11. Normaler bis gedämpfter Sexualtrieb

Unerwünschte Wesensmerkmale – solche Elos wollen wir nicht

  1. Kein Interesse an Turnierteilnahmen
  2. Kein Interesse an Vereinsabenden
  3. Wesensschwäche: leichte Reizbarkeit und nachfolgend Verlust von Wertungspunkten
  4. Verkümmerte oder fehlende Instinkte
  5. hemmungslose Angriffsbereitschaft am Damenflügel
  6. Fehlende Veranlagung zur Stubenreinheit (Hinweis: das Redaktionsnetzwerk Nord ist sich noch nicht einig, was mit diesem Wesensmerkmal eigentlich gemeint ist)
  7. Schreckhaftigkeit bei unbekannten oder bedrohlichen Varianten am Brett
  8. Gierige Wertungspunktaufnahme ohne Sättigungsgefühl
  9. Fehlende Wachsamkeit am Brett, beispielsweise in der Zeitnotphase
  10. Reagiert in bestimmten Situationen mit aggressiver Eifersucht auf höhere Wertungszahlen
  11. Geht meist eigene Wege, sinkt stark, sobald man mal nicht aufpasst
  12. Fehlende oder geringe Gelehrigkeit

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Soweit die Fakten – wir meinen, nun wäre es wohl am Deutschen Schachbund und dem Niedersächsischen Schachverband, sich dringend dazu zu verhalten.

Quellen für eigene Recherchen (aber bitte diskret):

www.ezfg.de

Nachbestellen einer neuen, höheren Elozahl

Wesensmerkmale und Zuchtziele der ELO

Olaf Steffens

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