
Nordwestliche Oberliga: Am Schachbrett kommt es anders, als Du dachtest
Was war denn so los beim Werder-Schach an diesem Ligatag?
Werder 1: Knapper Sieg in der Bundesliga gegen Bayern München
Werder 2: Hoher Sieg gegen Hannover Listiger Turm
Werder 4: Erfolg in Osnabrück
Werder 6 und 7 obsiegen ebenso, gegen Delmenhorst! und Lilienthal Horn-Wilstedt.
Werder 8: ein rauschendes 3 : 1 bei Bremerhaven 2
Alle Werder-Teams gewinnen, nur nicht …
Werder 3: Werder 3 tanzt aus der Reihe und verliert gegen Oldenburg. Und oh nein, das hätten wir gerne anders gemacht heute. Glaubt es uns!
In grün-weißer Solidarität unterlagen schließlich auch Werder 5 in Bremerhaven, sowie Werder 9 bei Findorff-Bremen West 8.
Somit, immerhin, sind wir von der Dritten nicht ganz allein in unserer Niederlage – danke, Jungs. Grüße gehen raus!

Werder 3 holt 3,5 Punkte – nicht genug, nicht genug
Mit den Unionisten aus Oldenburg besuchte uns eine Mannschaft, mit der wir uns die letzten zwei? die letzten drei? nein, wir müssen verrückt sein – die letzten vier Jahre (!) in der Liga 4:4 getrennt hatten, jeweils heftig ausgekämpft bis zum allerletzten Zug.
„Wahrscheinlich wird es auch heute wieder ein 4 : 4“, orakelte Käpt’n Stephan Buchal bei seiner Begrüßung zum Spielbeginn – big mistake, beinahe, denn die aufmerksame Schiedsrichterin Martina Gerdts spitzte sogleich die Ohren und mahnte freundlich an, dass schon noch aber gespielt werden müsse! Keine Absprachen – aber so war Stephans Satz natürlich auch nicht gemeint gewesen.
Der eigentliche Mannschaftskampf entwickelte sich alsdann mehr und mehr im Werder-Sinne. Nach einem sicheren Remis durch Prof Reiner eroberte Maria Efimenko mit Schwarz einen vollen Zähler gegen Jan Wagner. Mit formidabler Spielführung drang sie im Mittelspiel verheerend in Jans Königsstellung ein – die Führung für uns!
Am Spitzenbrett teilte David Lobzhanidze den Punkt mit Berthold Wittje, und auch Peter Lichman willigte gegen Tom Peters und seine immer agiler werdenden Figurentruppe in ein Unentschieden ein.
Und dann? Dann Max Weidenhöfer! Max war erheblich on fire und neutralisierte Sebastian Müers Angriffsdruck in gutem Stil. Weitere Details kann ich leider nicht benennen, doch Sebastian, der leidenschaftliche vielspielende Oldenburger Schachenthusiast, musste bald seine Hand zur Niederlage reichen.
Und Niederlagen sind immer schmerzvoll – auch wenn sein Gegner Max ein ebenso leidenschaftlich vielspielender Schachenthusiast ist.

Max schon vor der Partie voll im Flow
Und wir führten 3,5 : 1,5! Da sollte doch nun eigentlich nichts mehr schiefgehen? Tat es aber manchmal doch, heftig.
Denn wie neulich erst in Braunschweig, als wir mit 5:0 führten und dann die letzten drei Partien verloren – genau so war es diesmal. Kann doch gar nicht ….
Erst unterlag Finn Helms nach einem unglücklich ausgedachten Figurentausch in mindestens gleicher Stellung.
Dann ging es auch bei mir zu Ende. In einer hyperaktiven, mit 1.g2-g4 grob eröffneten Partie lief ich wie der Esel, dem es zu gut geht, aufs Eis, und das schwere Grob-Geläuf erwies sich als deutlich zu kompliziert für mich. Max Meessen dagegen machte alles richtig und tütete den Punkt schließlich souverän ein – 3,5 : 3,5, der Ausgleich. Oder schon fast ein erneutes 4:4?
Doch nein, kein Unentschieden dieses Mal. Daniel Chitsazian hatte in der letzten Partie des Tages ausgiebig an Dirk Bredemeiers Stellung herumgedrückt und herumgezupft, war auf die eine oder andere Art früh schon dem Remis ausgewichen, spielte, lavierte, spielte, probierte – und dann war es sein Gegner, der überraschend eine Lücke fand und Daniel zu Boden werfen konnte. Ein letzter Punkt für Oldenburg, ein veritabler big point, und Schicht im Schacht.
3,5 : 4,5. Oh nein oh nein oh nein. Kaum zu glauben, nach der schönen Führung.
Lag’s am Kaffee, am Büffet, am norddeutschen Tauwetter – nichts im Korb für Werder 3, uns ist ein wichtiger Mannschaftspunkt flöten gegangen. Und Oldenburg bricht den nordwestdeutschen Nichtangriffspakt. Das merken wir uns, Ihr Unionisten – zieht Euch warm an beim nächsten Mal!
In drei Wochen sind wir nun eingeladen zu einem Ausritt nach Uelzen und einem weiteren spannenden Tag at the races. Da freuen wir uns drauf. Doch bis dahin lecken wir unsere Wunden.
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Am Schachbrett kommt es anders als Ihr dachtet



Und -das lokale Derby aus Sicht der Oldenburger hier, Max Meessen berichtet aus erster Hand:
https://unionoldenburg.de/meine-damen-und-herren-wir-haben-einen-sieger-auswaertsspiel-der-ersten-bei-werder-3/
Werder 8 going strong!
https://www.werder.de/schach/aktuell/informationen/news/2026/werder-bremen-8-bucht-aufstiegsrunde
Bei einer so groben Vorgehensweise wie 1.g4 kann ich es mir nicht verkneifen, GM Michael Prusikin zu zitieren:
“ Zu der Qualität von „Grobs Angriff“ möchte ich nur so viel sagen. „Grob“ bedeutet im Russischen „Der Sarg“ – ein sehr passender Name für den Zug 1.g4.“
Jaja … 🙂
1.g4 bleibt aber bis auf Weiteres im Sortiment, vielleicht aber lieber nicht mehr in der Liga – das ist doch zu verantwortungsvoll. An manchen Tagen ohnehin ist der (Oldenburger) Gegner einfach wacher und stärker!
Hallo Olaf,
Danke für den schönen Bericht. Das Tassenfoto hab ich gleich mal mitgehen lassen 🙂
Wenn das souverän war, dann möchte ich aber nie ein Endspiel unsouverän gewinnen…
Hi Max,
muss mir das Ende nochmal angucken – als Du die Türme verdoppelt hattest auf der h-Linie, sanken bei mir schon die Hoffnungen.