
Bad Zwischen ahn Zee
Wijk aan Zee, wer kennt es nicht? Carlsen, Giri, Larsen, Korchnoi, Holger Hebbinghaus – sie alle waren vermutlich schon da und verbrachten harte Turniertage an der kühlwinterlichen Nordseeküste Hollands. Alles für das Schach, ganz nah am Wasser!
Was viele nicht wissen: es gibt noch ein zweites Wijk! Ein kleines, geheimes, einen Hauch weniger maritimes Wijk. Denn sehet, nur einige Kilometer östlich von Wijk aan Zee liegt das behagliche Kurstädtchen Bad Zwischenahn, hübsch im niedersächsischen Teil der Niederlande.
Hier richtet Jürgen Wempe und sein Team von ChessOrg in Allianz mit dem SK Union Oldenburg und Schwarzer Springer Bad Zwischenahn alljährlich, fabelhaft und umfangreich ein großartiges Open aus, zeitgleich mit dem großen Wijk, immer im Winter, meistens im Schnee.
Das Zwischenahner Meer ist in Schneeballwurfweite, abends locken griechische Tavernen und norddeutsche Biere.
Und was soll man sagen – Indien? Dänemark? Bayern? Niederlande? Polen? Argentinien? Spanien? Gut 400 SchachfreundInnen aus dem gesamten Universum sind dieses Jahr in Bad Zwischen ahn Zee am Start. Selbst wenn es etwas weniger Großmeister gibt als beim Original-Nordsee-Wijk, so ist doch immerhin das (Binnen-) Meer nicht weit. Und formidabel ist es allemal.
Lockruf des Nordens – der Nordwest-Cup ruft
Bis zum Sonntag wird im Ammerland nun noch verschärft gespielt. Der Titelträger gibt es viele, und ebenso reichlich Jugendliche, die mit ihren Clubs Trainingsfahrten in den Nordwesten machen. So scheint es immer einen Tross dänischer Talente zu geben, die über den Spielsaal verteilt an jeder Ecke für Skandinavien Punkte einsammeln – ebenso wie die in eindringliches Werder-Grün gekleidete jungen Hanseaten aus der Nachwuchsabteilung eines großen Bremer Vereins.
Spielstärke, Jugend, alle sind da. Ergänzt um die große Schachfamilie, alte Bekannte, liebgewonnene langjährige Begleiter am Schachbrett, lokale Helden und überregionale Matadore, denen man hier mal wieder über den Weg laufen kann. Wie schön das ist!
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So traf ich heute bei meiner kurzen Stippvisite Ludwig Bielmeier vom urbayerischen SV Deggendorf – ein Nordbesucher aus weitester Ferne, der fast jeden Nordwest-Cup seit über zwanzig Jahren gespielt hat. Und wo liefen wir uns über den Weg? An einer Pommes-Bude nahe dem Bahnhof!
Hier warf Ludwig nach fünf Stunden Vormittagsrunde auf die Schnelle neue Energien ein, wir tauschten uns aus über den Donau-Radweg, und schon musste er wieder zurückeilen in den Turniersaal. Die Tage beim Schach sind vollgepackt!

Wimmelbild aus dem Turniersaal – wer findet einen GM, wer einen IM auf dem Foto? Und wo sitzt Steffens?
(Antwortet im Kommentarbereich! Wer alles richtig macht, erhält den generösen Tagessonderpreis!)

Hinter uns die winterliche See: Tom Peters federt IM Jari Reukers Angriffsideen umsichtig ab. Remis!

Ruhe bewahren: Schiri Dirk Rütemann hat alles im Blick
Wenn auch die mediale Turnierabdeckung eher verhalten ist – und hm, wo ist der Link zu den Ergebnissen!? – hier geht es zur bewährten Turnierseite mit vielen Informationen
Das Turnier bei Chess-Results
2024 war ich auch dabei – mit etwas Romantik sogar
Parallel das große Wijk – mit Matthias Blübaum und Vince Keymer!




Dann mache ich mal den Test „Wer braucht eine neue Brille?“ (oder so ähnlich):
Der Herr mit dem übersichtlichen Haupthaar, der im vorderen Bildbereich mittig abgebildet ist, dürfte GM Lev Gutman sein. In der linken oberen Ecke des Bildes sehen wir IM Jari Reuker im Premiumbereich (Fensterplatz) des Turniers. Und mit „wo sitzt Steffens“ ist wohl Oliver Steffens gemeint – das dürfte der junge Mann mit dem Basecap im hinteren Bildbereich sein (in Horizontalrichtung ungefähr ein Drittel vom linken Bildrand entfernt).
Chapeau, mein Lieber – alle erkannt, alle erkannt!
Preis geht raus, ich melde mich!